Bühne
Foto © Anna Peisl

Daily Madness

von Tobias M. Draeger

09.06.2017 19:00 Uhr | @ Schaubühne

Ein Mann allein in einem Büro, umgeben von unzähligen Post It ́s und einer einzigen Lampe. Die Bürowände als Spiegelung seiner Gedanken. Hier wird der Kampf zwischen seinem neurotischen Organisationszwangs, des ihn umgebenden Chaos und dem großen Wunsch nach dem freien Fall ausgefochten. Es ist ein blutiger Kampf. Ein tagtägliches Ringen. Man erlebt es jeden einzelnen Tag zwischen Meetings, Zeit, Stundenplänen, Partnern, Freunden und Familie und es macht einen einfach nur wahnsinnig.

You know that stress of the mess? Es ist das einfache Verlangen, die eigene Welt so zu formen und zu planen, dass man darin existieren kann. Der tägliche Wahnsinn erzählt, wie dieses Ungleichgewicht zu Krankheit und Wut werden kann. Wie es dazu führt, dass man sich Masken aufsetzt, die einen zum Monstrum werden lassen. DAILY MADNESS begibt sich auf diesem Territorium auf eine Schatzsuche. Wo ist der Funken Leichtigkeit und Vorstellungskraft, den du findest, wenn du es schaffst, deine Angst loszulassen und dich einzukriegen?

Zwei der heutzutage beliebtesten literarischen Genres sind Fantasygeschichten und Selbsthilfebücher. Dies scheint auf den ersten Blick widersprüchlich. Bei genauerem Hinsehen handelt es sich aber nur um zwei verschiedene Zugänge zum gleichen Schmerz: das Verlangen nach Kontrolle des eigenen Lebens sowie der Wunsch demselben zu entkommen, sind beide Ausdruck einer Überforderung mit dem täglichen Leben.

DAILY MADNESS ist eine greifbare und physische Untersuchung der Erfahrungen dieser beiden Pole des menschlichen Verstandes. Es ist die Geschichte eines einsamen Mannes, der zwischen seinen Gefühlen von Verwunderung und Angst hin- und hergerissen ist. DAILY MADNESS ist eine Performance, in der die Ordnung der Dinge auf den Kopf gestellt wird. Mit feinfühligen Sinnen wird das Königreich, das wir uns vorzustellen wagen, erforscht, wie auch die Angst, die uns davor bewahrt über die Grenzen des täglichen Durcheinanders hinauszublicken.

 

Kulturreferates der Landeshauptstadt München Das Stück entstand im Rahmen der Debütförderung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.
Die Wiederaufnahme wurde ermöglicht mit der freundlichen Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.

Logo NPN Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Credits, Vitae
Production : draeger u.Co
Idea and Choreography : Tobias M. Draeger
Coaching : Quan Bui Ngoc “les Ballets C de la B”
Technique : Christian Geisberg
Produktionsleitung : Sabine Klötzer/ SISK

Das Stück entstand im Rahmen der Debütförderung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. Die Wiederaufnahme wurde ermöglicht mit der freundlichen Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München. Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.